Wie leicht ist es wirklich, CBD in THC umzuwandeln?

Cannabis CBD THC
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Glaskunst, Vaporizer und alles rund ums Dabbing

Spätestens im Zuge der zahlreichen Hanftee- Beschlagnahmungen hört man öfter davon: scheinbar wäre es ein Kinderspiel, so die Staatsanwaltschaft unberauschendes CBD in berauschendes THC umzuwandeln. Handelt es sich dabei bloß um ein Ammenmärchen von Legalisierungsgegnern oder baut tatsächlich bald jeder Cannabisfreund dicke Joints aus einem Beutel Hanftee? Wohl kaum.

Cannabisblüten mit geringem Anteil an Tetrahydrocannabinol werden derzeit in Deutschland frei verkäuflich angeboten. Sei es im Headshop oder im Internet, Bezugsquellen gibt es reichlich. Diese Blüten enthalten typischerweise große Mengen Cannabidiol, das im Gegensatz zum THC legal ist. Beide Substanzen haben je Molekül die gleiche Anzahl an Atomen, sie sind sich also sehr ähnlich. Die Vorstellung, diese legalen Blüten zu erwerben und durch einen chemischen Trick das CBD zu THC zu wandeln, ist dementsprechend für manchen verlockend. Und tatsächlich gibt es ein Verfahren, mit dem dies praktizierbar ist.

Aus CBD mach THC?

Möglich ist dies durch Isomerisierung, also die Wandlung einer Substanz in eine andere mit gleicher Summenformel und Molekülgröße. Im Folgenden werden zum einen die nötigen Hintergründe beleuchtet und zum anderen ein zumindest theoretisch gangbarer Weg aufgezeigt, diese Umwandlung herbeizuführen. Beginnen wir also mit einem Vergleich des Molekülaufbaus der beiden Verbindungen. Dazu wurden in den Grafiken zu diesem Artikel die Wasserstoffatome bläulich, die Sauerstoffatome rötlich und die Kohlenstoffatome gräulich eingezeichnet. Wie auf den Bildern schnell zu erkennen ist, liegt der Unterschied zwischen den beiden Molekülen in der Teilstruktur unten links.

CBD-Molekül
THC-Molekül

Die Grafik unten zeigt, dass um nun CBD zu THC zu wandeln, sich chemisch gesehen das Wasserstoffatom, das mit dem unteren Sauerstoffatom verbunden ist, mit dem Kohlenstoffatom links über dem Sauerstoffatom verbinden muss (1.). Danach ist nach einer Umorientierung der Atome der Weg frei (2. und 3.) und das Sauerstoffatom kann durch Zusammenschluss mit dem Kohlenstoffatom, das sich noch weiter links oben befindet, eine Ringstruktur bilden (4.). Diesen Vorgang nennt man Cyclisierung oder auch Ringschluss. Soweit zu den chemischen Abläufen auf Molekülebene. In der Praxis gibt es mehrere Verfahren, mit denen dies bewerkstelligt werden kann. Die meisten erfordern Chemikalien, deren Beschaffung Aufmerksamkeit erregen wird. Darum wird hier eine Methode vorgestellt, die für Privatpersonen theoretisch noch machbar ist, bei der die notwendige Decarboxylierung gleich mitvollzogen wird und bei der die nötige Säure problemlos im Internet bestellt werden kann. Eine Decarboxylierung ist bei frischem Cannabis unabdingbar, weil in diesen sowohl CBD als auch THC überwiegend in ihrer Vorstufe als Säure vorliegen. Bevor der eigentliche Prozess in Gang gesetzt wird, ist zu überlegen, ob man das Pflanzenmaterial zusammen mit dem Lösungsmittel in den Kessel gibt, oder ob vorher ein Auszug gemacht werden soll.

Isomerisierung auf molekularer Ebene

Das wird benötigt

Ich selbst plädiere dafür, dass den Blüten erst die Inhaltsstoffe entzogen werden, ehe mit der Isomerisierung begonnen wird. Dies erleichtert die Reinigung von unerwünschten Stoffen wie zum Beispiel dem Chlorophyll. Der Vorteil, wenn der Kessel parallel mit Marihuana und Lösungsmittel befüllt wird, ist lediglich eine gewisse Arbeitserleichterung. Das gewonnene Öl wird dann übrigens zum Teil an den Blättern kleben bleiben. Darum ist eine weitere Zugabe von Lösungsmittel am Ende des Verfahrens notwendig, um das anhaftende Öl aufzulösen und weiterverarbeiten zu können. Benötigt werden neben dem Pflanzenmaterial ein ausreichend großes Gefäß mit Rückflusskühler. Alternativ kann ein Kessel, der im Wasserbad erhitzt wird, mit einem Topf mit aufgesetzter und mit Gummidichtung abgedichteter Schüssel, am besten aus Kunststoff oder Edelstahl, bestückt werden. Die Schüssel wird mit Eis befüllt, darum kondensiert an ihr das Lösungsmittel und tropft zurück in den Kessel. Der Topf in der Mitte wird mit dem vorgefertigten alkoholischen Extrakt (oder mit den Blüten samt Lösungsmittel) und der Säure zu einem Viertel gefüllt. Höher sollte der Topf nicht gefüllt werden, damit möglichst nichts überkochen kann! Der große Kessel unten enthält Wasser und wird moderat beheizt. Die Flüssigkeit in ihm soll nur leicht sieden, nicht kräftig kochen.

Als Lösungsmittel kann der Einfachheit halber Ethanol (Trinkalkohol) verwendet werden, obwohl die Ergebnisse mit anderen Lösungsmitteln teilweise besser sind. Je nach Mittel, müssten zusätzlich aber auch selten verlangte Säuren eingesetzt werden. Ein alkoholischer Auszug erlaubt hingegen den Einsatz von Salz- oder Schwefelsäure. Weil Schwefelsäure gemeinhin leichter erhältlich ist, wählen wir diese. Dazu werden, natürlich in Schutzkleidung, 30 Milliliter konzentrierte Schwefelsäure langsam zugegossen und in einem Liter Wasser aufgelöst. Von dieser Lösung werden je 200 Milliliter Extrakt bzw. Ethylalkohol zwei Milliliter zugefügt. Diese Menge reicht für ungefähr 100 Gramm erntefeuchtes Blütenmaterial, was ungefähr 25 Gramm getrockneter Pflanzenmasse entspricht. Nach rund 60 bis 90 Minuten sind etwa 60 Prozent des CBD zu THC geworden, immerhin. Bei einer längeren Dauer des Prozesses zersetzt sich das THC zunehmend, darum ist nach rund einer Stunde ein Optimum erreicht. Die enthaltene Säure wird dann noch mit Natriumhydrogencarbonat (Handelsname: Natron) neutralisiert.

Auch hier ist Vorsicht angebracht, weil bei der Neutralisation Kohlenstoffdioxid frei wird – die noch stark saure Lösung kann heftig aufschäumen. Am Ende muss der pH-Wert über sieben liegen, das ist mit Teststreifen zu kontrollieren. Abschließend wird der Alkohol verdampft und es bleibt ein zähes, klebriges Harz zurück, das voller Cannabinoide steckt. Dieses hat dann allerdings leider noch einige gesundheitlich bedenkliche Beimengungen. Diese bekommt man durch das Lösen des Harzes in Petrolether mit anschließendem Waschen in Wasser entfernt. Nach dem Eindampfen des Lösungsmittels bleibt ein leidlich reines Haschöl zurück, das theoretisch konsumiert werden kann.

Fazit

Obwohl das vorgestellte Verfahren wirklich das einfachste mir bekannte ist, kommen auf den Cannabisfreund etliche Arbeitsgänge zu. Die Handhabung von Schwefelsäure ist gefährlich, ihre Dämpfe können das Atemsystem dauerhaft schädigen. Dazu werden etliche Geräte und Chemikalien benötigt, die für den Erfolg unabdingbar sind. Die Qualität des Endergebnis ist fraglich und ohne eine Chromatographie, für die weitere Reagenzien benötigt werden, nicht überprüfbar. Von großem Nachteil ist auch, dass lediglich die Wirkstoffe erhalten bleiben. Die meisten Aromen gehen bei der Herstellung verloren, zudem erhält der Konsument allein das sogenannte Haschöl, das lediglich zum Dabben oder für die Weiterverarbeitung geeignet ist. Selbstverständlich stellt sich auch die Frage nach den Kosten. CBD-Blüten sind derzeit ähnlich teuer wie reguläres Cannabis vom Schwarzmarkt, in dem sich das THC auf ganz natürliche Art und Weise gebildet hat. Neben den Kosten für das Pflanzenmaterial fallen noch Energiekosten sowie der Aufwand für Lösungsmittel und Chemikalien an. Alles in allem kann man also sagen: es lohnt die Mühe keinesfalls. Die gesundheitlichen Gefahren sind relativ hoch, sowohl während der Herstellung als auch beim Konsum. Dazu kommen die Kosten, die nicht zu unterschätzen sind. Am Ende erhält der Privatanwender völlig überteuertes Haschöl, von dem er weder die Qualität, noch die Potenz benennen kann.

2 KOMMENTARE

  1. man kann reine cbd kristalle kaufen die bei den meisten seiten alerdings 50€ das gramm kosten gibt aber auch seiten wo man 5g für 20€ bekommt wenn man dann 60% thc hätte wäre das super also 3g reines thc für 20€ plus die säure garnet schlecht ist mir persönlich aber zu zweifelhaft da baue ich lieber mein eigenes grass an 😀

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