Studie veröffentlicht: Legales Cannabis erhöht nicht den Konsum von Teenagern

Cannabisaktivistin in Kanada
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Seit bald drei Jahren ist nun Cannabis in ganz Kanada vollständig legalisiert. Natürlich nur für Volljährige. Dennoch gab es vorher Aufschreie von kanadischen Prohibitionisten, die behaupteten, dass die Kinder und Jugendlichen des Landes durch die Legalisierung für Erwachsene garantiert allesamt zu verkommenen Kiffern werden.

Nun, nach drei Jahren, wurden solche Behauptungen nun durch eine neue Studie auf die Probe gestellt. Und es zeigt sich: keine der Befürchtungen hat sich bewahrheitet. Die Studie, die im „Journal of the Canadian Academy of Child & Adolescent Psychiatry“ veröffentlicht wurde, konnte keine Belege für die Behauptung finden, dass die Legalisierung des Cannabiskonsums für Erwachsene zu einem Anstieg des Cannabiskonsums bei Jugendlichen geführt hat oder sich anderweitig nachteilig auf das Leben kanadischer Kinder ausgewirkt.

Erhöht legales Cannabis den Konsum von Teenagern? Nein…

Die Forscher überprüften die Argumente, die zu den möglichen Folgen der Legalisierung für Jugendliche vorgebracht wurden, und konzentrierten sich dabei auf drei Hauptbedenken: dass die Prävalenz signifikant ansteigen würde, dass es eine größere Häufigkeit von Schäden für die jugendliche Gehirnentwicklung geben würde und dass es mehr Fälle von schweren psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit Cannabiskonsum geben würde.

Eine jährliche Umfrage zum Drogenkonsum von Teenagern von 2018 bis 2019 ergab, dass 18 Prozent der Schüler in den Klassenstufen 7 bis 12 angaben, Gras geraucht zu haben – genau derselbe Prozentsatz, der 2016 bis 2017 Gras geraucht hatte, bevor das Kiffen legal wurde. Tatsächlich war der dramatischste Anstieg des Cannabiskonsums nach der Legalisierung bei Erwachsenen über 45 Jahren zu verzeichnen, nicht bei Jugendlichen.

…in Colorado sank der Cannabiskonsum von Minderjährigen sogar

Studien aus Colorado, dem ersten US-Bundesstaat, der den Cannabiskonsum legalisiert hat, berichten sogar, dass der Cannabiskonsum bei Minderjährigen seit der Legalisierung zurückgegangen ist. Die Beweise, die einen Zusammenhang zwischen legalem Gras und erhöhtem Konsum unter Jugendlichen widerlegen, sind sogar so überzeugend, dass selbst die US-Bundesdrogenbehörde DEA gezwungen waren, dies zuzugeben.

Die kanadische Studie geht auch auf die Bedenken ein, dass der Cannabiskonsum für Personen unter 25 Jahren besonders gefährlich ist. Obwohl es einige Hinweise darauf gibt, dass regelmäßiger Konsum von Cannabis die kognitive Entwicklung jüngerer Erwachsener beeinträchtigen könnte, kamen die Autoren der Studie zu dem Schluss, dass die Forschung „möglicherweise das Risiko überbewertet“.

Legalisierung lohnt!

Auch die Befürchtungen, dass legales Kiffen zu mehr psychischen Problemen bei Kindern und Jugendlichen führen würde, haben sich laut Studie als unbegründet erwiesen. In einigen Studien wurde zwar ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gras und psychischen Erkrankungen festgestellt, aber die Forscher waren nie in der Lage, schlüssig festzustellen, dass Gras tatsächlich für psychische Probleme verantwortlich ist. Viele neue Studien deuten nun eher darauf hin, dass diese Zusammenhänge dadurch erklärt werden können, dass Jugendliche, die mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben, eher Cannabis konsumieren.

Zusammenfassend kommen die Autoren der nun veröffentlichten Studie zu diesem Schluss: „Alles in allem bietet die Legalisierung von Cannabis – insbesondere in Anbetracht der schwerwiegenden negativen sozialen Auswirkungen der Kriminalisierung, vor allem für Jugendliche – nach wie vor das Potenzial, die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen der Cannabiskonsumenten und der Gesellschaft insgesamt besser zu schützen und daraus resultierende Vorteile zu erzielen.“

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