Schöne neue Welt? In Thailand registrieren Kiffer ihre Grows jetzt per App

Es mag zwar gut 8.500 Kilometer entfernt liegen, doch Thailands Weg heraus der Cannabis-Prohibition zaubert auch hierzulande vielen Cannabisfreunden ein Lächeln auf die Lippen. Als erster Staat in Südostasien hat das Land seinen Umgang mit Cannabis in den letzten paar Jahren grundlegend auf den Kopf gestellt.

Generell sind in Thailand inzwischen alle Teile der Cannabispflanze von einem gesetzlichen Verbot ausgenommen – bis auf Extrakte, die mehr als 0,2 Prozent THC enthalten. Einen legalen Markt für Endverbraucher wird es zwar erst einmal nicht geben, doch dafür wird es erlaubt sein, Marihuana in den eigenen vier Wänden bzw. im heimischen Garten anzubauen.

Anstelle drakonischer Strafen, je nach Umfang sogar bis zum Tod, wie sie teilweise in Nachbarländen durchaus praktiziert werden, ist es inzwischen sogar geradezu so, dass die thailändische Regierung ihre Bürger dazu ermutigt, mit Cannabis umzugehen.

Gerade hat die Nahrungs- und Arzneimittelbehörde zu diesem Zweck eine Website und eine App mit dem Titel „Plook Ganja“ (Pflanze Ganja!) gelauncht, über die Interessenten ihren Cannabis-Grow „registrieren“ können. Wer sich als Ausländer da mal einen kleinen Einblick schaffen möchte, kann das unter diesem Link tun. Allerdings sollte man dafür am Besten der thailändischen Sprache mächtig sein – denn ansonsten wird man wohl nur Bahnhof verstehen.

Für leichtes Kopfschütteln zwischen all der hanfigen Euphhorie sorgt leider der etwas naive Ansatz dieser Semi-Legalisierung: so befürchten thailändische Behörden, dass die Pflanzen zunehmend auch zur „Recreational Use“, also zum Freizeit-Konsum, verwendet werden – und dass, obwohl mit der neuen Regierungs-Linie ausdrücklich nur die medizinische, kosmetische und wissenschaftliche Nutzung gefördert werden soll.

Es bleibt die auch Frage, wie hoch die Zahl derjenigen sein wird, die ihre Cannabis-Anzucht tatsächlich über die neue App ganz offiziell anmelden werden – denn erstens ist das nicht obligatorisch und zweitens dürfte eine solche Anmeldung gegen so ziemlich jeden Urinstinkt eines in Zeiten des Cannabisverbots aufgewachsenen Growers sprechen.

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