Milliardär spendet 25 Millionen Dollar für die Cannabis-Legalisierung

Charles Koch
Charles Koch

Multi-Milliadär Charles Koch, achtreichster Mensch der Welt und CEO von Koch Industries, einem der größten Unternehmenskonglomerate der USA will die landesweite Cannabis-Legalisierung. Und das so schnell wie möglich!

Je nachdem, wen man fragt, so formuliert es „Forbes“, ist Charles Koch ein Industrie-Titan, Schwarzgeld-Betrüger oder aber auch der Marcus Aurelius der libertären Bewegung. Doch schon bald könnte Koch als der Milliardär bekannt sein, der die republikanischen und demokratischen Verweigerer davon überzeugt hat, Cannabis in den ganzen Vereinigten Staaten vollständig zu legalisieren.

Von der Tea-Party zur Cannabis-Party

Der 85-jährige ist keineswegs bekennender Kiffer – im Gegenteil. Nach eigenen Aussagen hat er lediglich einmal in seinem Leben Cannabis konsumiert. Und das versehentlich, als er einen Brownie aß. Viele seiner erfolgreichen Freunde konsumieren allerdings, verriet er „Forbes“.

Und so überrascht auch nicht seine Antwort auf die Frage, warum er so viel Geld für Cannabis-Lobbyarbeit spenden und so die Legalisierung herbeiführen möchte: „Es sollte eine individuelle Entscheidung sein. Die Prohibition ist kontraproduktiv. Sie ruiniert das Leben der Menschen, schafft Konflikte in der Gesellschaft und ist fortschrittsfeindlich. Die ganze Sache hat für mich nie einen Sinn ergeben.“

Charles Koch ist allgemein als Unterstützer einer Reihe von libertären Bildungsorganisationen, karitativen und kulturellen Einrichtungen bekannt. Auf der anderen Seite ist er als wichtiger Geldgeber für Denkfabriken, die sich gegen Umweltvorschriften einsetzen, bekannt und war ein bedeutender Unterstützer der republikanischen Tea-Party-Bewegung. Seit dem Sturm auf das Kapitol bereut er dieser Entscheidung allerdings. Eine interessante Mischung jedenfalls.

Cannabis-Legalisierung in den USA…

Nun also Cannabis. Nicht nur spendet er gerade 25 Millionen seiner etwa 45 Milliarden Dollar. Wie jetzt bekannt wurde, hat er in den vergangenen zwei Jahren über seine politisch motivierte Gruppierung „Americans For Prosperity“ (AFP) bereits über 70 Millionen Dollar für die Förderung von Drogenreformen, vor allem hinsichtlich Cannabis, ausgegeben.

Im April schloss sich AFP mit mehreren anderen Interessengruppen zusammen, um die „Cannabis Freedom Alliance“ zu gründen. Dies ist eine neue Koalition, die sich für die Beendigung der Cannabis-Prohibition in Amerika einsetzt. Und das am besten schon zum Jahresende. Und tatsächlich hat man dort keine Zeit verloren und direkt begonnen, Lobbyarbeit im Kongress zu betreiben. So soll die Aufhebung des Marihuana-Verbots in den USA vorangebracht werden.

Koch ist mit seiner Ansicht auch nicht allein. Ein Großteil der Amerikaner ist inzwischen der Meinung, dass Cannabis auf Bundesebene legal sein sollte. Derzeit erlauben 18 Bundesstaaten den Konsum durch Erwachsene und 37 haben medizinisches Marihuana legalisiert, wodurch eine Industrie entstanden ist, die im letzten Jahr mehr als 17,5 Milliarden Dollar an legalen Umsätzen erwirtschaftet hat – eine Zahl, die bis 2030 auf 100 Milliarden Dollar ansteigen soll.

…am besten sofort!

Wie wir erst vor wenigen Tagen berichtet haben, haben drei hochrangige demokratische Senatoren einen Diskussionsentwurf für einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis vorgelegt. Dieser würde es erwachsenen Amerikanern erlauben, bis zu 10 Unzen (also 283,5 Gramm) Marihuana zu kaufen und zu besitzen, ohne sich strafbar zu machen.

Es ist jedoch unklar, ob der seit Langem erwartete Gesetzentwurf zur Legalisierung in den USA angenommen werden wird. Senator Chuck Schumer gab bereits zu, dass dieser bislang noch nicht über genügend Untersützung verfügt. Und Präsident Biden unterstützt die Legalisierung ebenfalls eher nicht. Vielleicht ändert sich das Gesamtbild ja nun durch die Spenden für die Lobbyarbeit?

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