Debatte in Thailand: Mann tatsächlich an „Überdosis Cannabis“ gestorben?

In letzter Zeit dürfen wir uns im Rahmen unserer tagesaktuellen News immer mal wieder dem südostasiatischen Touristenmagnet Thailand widmen. Mit Freude verfolgen wir die Entwicklungen, denn das Land ist in der Tat gerade vom Cannabis-Fieber gepackt – und setzt nun als erstes in Asien auf Regulierung statt Repression.

Medizinisches Cannabis wurde bereits 2018 legalisiert, jetzt geht es um mehr. Der private Eigenanbau im kleinen Stil wird nicht nur erlaubt, sondern von der Politik geradezu gefördert – die thailändische Politik ermutigt ihre Bürger regelrecht, Berührungsängste abzubauen und sich ein paar Pflänzchen für den heimischen garten oder Balkon zuzulegen. Die Ausnahme: (hochpotente) Cannabisextrakte bleiben nach wie vor verboten.

So weit, so erfreulich – eine neue Meldung aus Bangkok zeigt aber auch, dass die öffentliche Debatte teilweise von Hysterie und Unwissen geprägt ist. Lokalen Medienberichten zufolge soll nämlich gerade ein Mann an einer Cannabis-Überdosis gestorben sein, nachdem er wegen konsumnahen Unwohlseins ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Der Gesundheitsminister warnt vor voreiligen Schlüssen und versucht, aufzuklären: Cannabiskonsum habe mit dem tragischen Tod nichts zu tun. Vielmehr sei der Mann an Herzversagen gestorben – das Gerücht, dass der Verstorbene in der Vergangenheit regelmäßig Cannabis konsumiert haben soll, habe sich daraufhin verselbstständigt und sei von schamlosen Legalisierungs-Gegnern instrumentalisiert worden. Der globale wissenschaftliche Konsens zum Thema Tod durch Cannabis-Überdosis jedenfalls gibt ihm da klar Recht.

Also, dass man sich als Cannabisfreund hierzulande trotz klarer Widerlegung noch immer die Einstiegsdrogen-These anhören muss, kann echt ganz schön nerven. Aber, immerhin, eine „tödliche Cannabis-Überdosis“ – das wäre inzwischen selbst dem ewiggestrigsten CSU-Amigo zu doof, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Oder etwa doch nicht… ?

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