Opioid-Sucht: NFL erwägt Cannabis-Medizin für verletzte Spieler

Ein American-Football-Spieler in voller Montur setzt zum Wurf an
Glaskunst, Vaporizer und alles rund ums Dabbing

Während in Deutschland Cannabispatienten bzw. die, die es noch werden wollen, gerne mal von Ärzten und Krankenkassen drangsaliert werden, ist man in den USA diesbezüglich schon deutlich weiter. Kein Wunder, gibt es Cannabis auf Rezept in vielen US-Bundestaaten doch schon seit den 90er-Jahren. Jetzt denkt sogar die National Football League (NFL), die Profiliga im American Football und umsatzstärkste Sportliga der Welt, über Opioid-Alternativen bei der Behandlung verletzter Spieler nach. Verletzungen gehören für NFL-Profis aufgrund der Körperbetontheit des Sports leider zur Tagesordnung. Da viele Spieler aufgrund der straffen Trainingspläne und des hohen Konkurrenz- und Leistungsdrucks darauf verzichten, ihren Körper vernünftig auszukurieren, bevor es wieder aufs Spielfeld geht, schleicht sich bei vielen mit der Zeit eine Schmerzmittel-Abhängigkeit ein. Beispielsweise berichtet der ehemalige Quarterback Jim MacMahon davon, dass er in seiner aktiven Zeit täglich um die 100 opioidhaltige Pillen schlucken musste, um wieder einigermaßen auf dem Damm zu sein.

Die NFL denkt nun darüber nach, auch Cannabis-Präparate zur Behandlung der Spieler zuzulassen, in der Hoffnung, unerwünschte Suchtwirkungen minimieren zu können. Nachdem in der Vergangenheit Cannabis bereits von der Dopingliste gestrichen wurde und Spieler es zumindest privat nutzen können, könnten entsprechende Präparate nach erfolgreichen Tests auch ganz offiziell von den Sportmedizinern der NFL eingesetzt werden. Fraglich bleibt allerdings, wo die NFL im „Schmerzmanagement“ den Schwerpunkt setzen wird: „Wenn es ein Medikament gibt, das verursacht, dass ein Spieler ein paar Prozentpunkte an Speed, Kraft oder ähnlichem verliert, dann ist das ein erheblicher Nachteil dieses Medikaments”, so der Chef-Mediziner der Liga.

Die NFL ist und bleibt halt ein Milliardenzirkus, da kann es sich kein Team erlauben, dass ein Spieler das Ei mal ein paar Zentimeter weniger weit schmeißt. Dann doch lieber “gesund”-spritzen. Das sieht man in der Deutschen Fußballbundesliga bestimmt ähnlich. Also, nicht, dass man dort überhaupt erst auf die Idee käme, die Vorherrschaft der Opioide brechen zu wollen…

Highway - Das Cannabismagazin Ausgabe 02/2021

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