Neue Gesetzeslage: Cannabis Social Clubs in Barcelona vor dem Aus

Cannabis Social Club in Barcelona
Cannabis Social Club in Barcelona, Auswahl an Marihuana-Sorten / www.weedbarcelona.com

Barcelona ist seit einigen Jahren als das neue Kiffer-Paradies verschrien, Amsterdam kann da schon länger nicht mehr mithalten. Die Cannabis Social Clubs in Barcelona (wo sich der Hauptteil der spanischen Cannabis-Clubs befindet) genießen trotz stolzer Preise einen guten Ruf. Doch nun gibt es einen schweren Schlag für die etwa 200 Cannabis Social Clubs der katalanischen Hauptstadt, die schätzungsweise 70 Prozent aller spanischen Clubs vereint.

Das ursprüngliche Modell der Cannabis Social Clubs basierte theoretisch nicht auf dem Verkauf von Cannabis, sondern auf einem geschlossenen Kreislauf von Konsumenten und Growern, die eine private Vereinigung gründeten. Allerdings weiß jeder, der schon einmal in Barcelona war, dass die Mitgliedschaft in solchen Clubs in einer Minute beantragt und erteilt ist – auch für Touristen – und dass viele Clubs offenbar darauf abzielen, so viel Marihuana wie möglich zu verkaufen.

Cannabis Clubs in Barcelona: Schluss mit lustig?

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits rechtliche Schlupflöcher geschlossen worden waren, die die Cannabis-Clubs in Barcelona nutzten, berufen sich diese seit 2016 auf ein städtisches Gesetz, dass nur in Barcelona selbst gilt. Doch damit ist nun Schluss. Der oberste Gerichtshof Kataloniens hob nun die entsprechende Verordnung auf.

„Die meisten Vereine gehen davon aus, dass sie früher oder später zur Schließung gezwungen sein werden“, berichtet Eric Asensio, Sprecher der Föderation der katalanischen Cannabisvereine, der Zeitung „The Guardian“. Und weiter: „Wieder einmal greift die Justiz die Verbände an, ohne die Realität Barcelonas zu berücksichtigen, einer Stadt, die seit mehr als 30 Jahren mit diesen Einrichtungen koexistiert.“

Die Stadt will nicht schließen, muss aber

Die Stadt Barcelona, die den Status der Vereine als Grauzone bislang unterstützte, hat ihnen gegenüber klargestellt, dass das jüngste Urteil „den Verkauf, den Konsum und die Werbung“ für Cannabis verbietet. Das ist ein schwerer Schlag für die Zukunft der Vereine, besteht darin ja ihr ganzer Daseinszweck. Die Stadtverwaltung kündigte an, dass sie in Kürze die Clubs inspizieren werde, „beginnend mit denen, die sich am negativsten auswirken und die auf Touristen und massive Verkäufe ausgerichtet sind“.

Trotzdem haben die städtischen und polizeilichen Behörden eingeräumt, dass die Clubs ein wirksames Mittel sind, um den Straßenhandel und -konsum einzudämmen, und dass sie grundsätzlich nicht gegen die Clubs sind. Der Verband der katalanischen Cannabisverbände arbeitet daher mit dem Stadtrat Barcelonas zusammen, um eventuell noch irgendwie eine Lösung für das Problem zu finden.

Quo vadis, Cannabis?

„Was wir brauchen“, sagt Asensio, „ist ein rechtlicher Rahmen, der die bestehende Realität anerkennt und die notwendigen Regulierungsmechanismen in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Behörden schafft, mit einem klaren Schwerpunkt auf der öffentlichen Gesundheit.“

Die Zukunft für die Cannabis Social Clubs in Barcelona sieht also vorerst düster aus. Und auch die Stadt Amsterdam plant im kommenden Jahr einen Großteil ihrer Coffeeshops zu schließen – und die übrigen sollen nur noch an Niederländer verkaufen dürfen. Wird es dann vorerst keine europäischen Cannabis-Metropolen mehr geben? Es sieht fast so aus…

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