Machen Sie den Eigenanbau legal? Cannabis-Patient tut sich mit Star-Anwalt Thomas Fischer zusammen

Thomas Fischer und Günter Weiglein
Thomas Fischer (links), Günter Weiglein

Günter Weiglein ist drauf und dran, deutsche Cannabis-Geschichte zu schreiben – schon wieder. 

Dem Würzburger, der seit einem schweren Motorradunfall im Jahr 2002 von starken chronischen Schmerzen geplagt wird, gelang es 2014 quasi im Alleingang, dem deutschen Staat eine Ausnahmegenehmigung zum privaten Cannabis-Eigenanbau abzutrotzen. Damit war der Grundstein der dann etwa drei Jahre später umgesetzten medizinischen Legalisierung gelegt worden: ohne das im März 2017 in Kraft getretene Cannabis-Medizin-Gesetz wären die deutsche Gerichte fraglos mit unzähligen aussichtsreichen Klagen nach dem Beispiel Weigleins überzogen worden. 

Wir schreiben das Jahr 2022 – und Weiglein kämpft weiter. Im Namen aller Cannabis-Patienten, die zu Tausenden von ihren Hausärzten gegängelt (wollen schlicht kein Cannabis verschreiben) und ihren Krankenkassen im Stich gelassen (wollen schlicht kein Cannabis bezahlen) werden. Und in seinem eigenen Namen: da er sich nicht anders zu helfen weiß, sieht Weiglein keine andere Lösung mehr für sich als den erneuten Eigenanbau – und wird erwischt. Sogar neun Wochen Untersuchungshaft bleiben dem Patienten nicht erspart, da die Polizei ihm zu allem Überfluss Handel vorwirft. 

Ein Jahr und drei Monate auf Bewährung fängt er also sich im Juli 2022 dafür ein – Weiglein entscheidet sich, weiter zu kämpfen. Diesmal mit viel versprechender prominenter Unterstützung: der vielleicht bekannteste Jurist Deutschlands, der renommierte Rechtswissenschaftler, Star-Anwalt und Ex-Bundesgerichtshof-Vorsitzende Thomas Fischer, hat sich bereit erklärt, eine 52-seitige Revisionsschrift für den leidgeprüften Cannabis-Patienten aus Süddeutschland zu verfassen.

Thomas Fischer, der dank seiner Rechts-Kolumnen in reichweitenstarken Medien wie Der Spiegel oder Die Zeit auch dem Boulevard ein Begriff ist, macht aus seiner befürwortenden Haltung zur Cannabis-Legalisierung schon länger keinen Hehl mehr: „Das meiste, was Cannabis-Konsum an Negativem bewirken kann, ist schon bewirkt. Wenn die Zahl der regelmäßigen Kiffer von drei auf vier Millionen steigt, ist das ungefähr so gefährlich wie ein besonders öchslehaltiges Jahr in der Rheinpfalz und am Kaiserstuhl.“

Es handele sich um einen “…Fall, der deutsche Rechtsgeschichte schreiben könnte”, heißt es aus Fachkreisen. Wer Weigleins Kampf mit dem nötigen Kleingeld unterstützen möchte, kann das nun über eine eigens dafür eingerichtete Website tun. Auf guenter-im-recht.de kann man darüber hinaus den Leidensweg des Würzburgers noch einmal im Detail nachlesen sowie eine aktuelle Spenderliste einsehen.

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