Peinlicher Lokal-Journalismus: Gras für Hundert Euro das Gramm

Textausschnitt aus der Westdeutschen Zeitung
Ausschnitt der WZ-Meldung
Glaskunst, Vaporizer und alles rund ums Dabbing

Wow. Staatsanwaltschaft und Journalisten arbeiten mal wieder kräftig zusammen, um Deutschland und seine Bürger vorzuführen und Unsinn zu verbreiten. Die Soko „Kirmes“ (wohl nur Clowns am Start) hat auch mitgewirkt, in Wuppertal sieben Kilo Weed aufgetan und so den Stein ins Rollen gebracht, der die lächerliche Zeitungsmeldung verursachte, die in Auszügen oben im Bild zu sehen ist und die tatsächlich so bei der „Westdeutschen Zeitung Wuppertal“ gebracht wurde.

In Wuppertal wird wohl also auf einmal Gras für Hundert Euro das Gramm gehandelt, behaupten also diese – man kann es nicht anders formulieren – Fake News der „Westdeutschen Zeitung“. Jeder, der kein 76 Jahre alter Lokaljournalist ist, wird wissen, das dies nicht sein kann. Ja, man findet wahrscheinlich nicht mal einen einzigen, wie dringend auch immer suchenden Menschen in Deutschland, der einem Hundert Euro für ein Gramm Gras (egal mit welchem dazu ausgedachten Sortennamen) geben würde, aber dafür findet man dafür sicherlich Hundert Staatsanwälte, die Geschichten von Hundert Euro teurem Todes-Marihuana austauschen. Es ist einfach nur noch traurig. Aber für die Herren Staatsanwälte bestimmt ein einträgliches Geschäft… so wird aus Cannabis für wenige Zehntausend eben mal fast ein Million-Euro-Fund. Schwuppdiwupp.

Hundert Jahre alte Lügen hübsch aufgefrischt

Was ist, wenn das dann auch noch der Hundert Jahre alte Richter glaubt und die mutmaßlichen Täter deswegen doppelt so lange in den Knast gehen? Wie kann das sein, dass in einem angeblichen Vorreiterland der westlichen Zivilisation, Deutschland, Zustände wie im Mittelalter herrschen? Sobald es um Drogen geht, dürfen sich Staatsangestellte Sachen aus der Nase ziehen, die offenbar ausgedacht, einfach nur unverschämt und mit einer Minute Google als glatte Lüge entlarvt werden können. Hierzulande werden Menschen verarscht, als wäre man wieder im Mittelalter: „Du bist eine Hexe, weg mit dir, du bist der Typ mit dem 100-Euro-Marihuana, weg mit dir, und du, der Ex-Soldat mit den 20.000 Schuss Munition im Garten, du bist cool.“ Noch schlimmer, dass die unfähigen Journalisten der „Westdeutschen Zeitung“ natürlich sofort alles glauben, was der Oberstaatsanwalt vermutlich im Hundert-Euro-Vollsuff von sich gegeben hat.

Dumm, faul oder unverschämt?

Wieso dürfen Menschen bei Zeitungen arbeiten, die selbst lächerlichste Aussagen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen? Was hat sich der zuständige Autor dabei gedacht? Wir stellen uns das so vor: „Oh, in Wuppertal kostet ein Gramm Gras im Durchschnitt vielleicht sechs oder, wenn es hochkommt, auf der Straße auch zehn Gramm, ja dann muss das ja ein krasses Gras sein, von dem der Staatsanwalt da erzählt, wenn das grob das Fünfzehnfache kostet. Komisch, dass wir davon noch nie etwas gehört haben, aber ist ja auch völlig scheißegal, wir sind hier ja nur im Lokalteil der Wuppertaler Westdeutschen Zeitung, den Müll liest ja eh keiner, geht ja eh nur um Drogen-Spastis, also scheiß drauf, schnell den Artikel schreiben, danach muss ich nur noch die Klos putzen und dann hab ich schon Feierabend.“

Dieser Highway-Artikel hier mit all den enthaltenen Beschimpfungen ist hundertmal mehr Journalismus als die gelogenen Meldungen der Staatsanwaltschaft wiederzukäuen und den Unkundigen und Unmündigen als Wahrheit zu verkaufen. Wer so etwas schreibt, wer so etwas durch die Qualitätskontrolle lässt, der hat seinen Beruf verfehlt. Wer als Journalist blind darauf vertraut, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei schon die Wahrheit erzählen werden, erst recht.

Highway - Das Cannabismagazin Ausgabe 02/2021

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