Outdoor-Vorbereitungen: Die Frühjahrserde für Cannabis

Marienkäfer auf junger Cannabispflanze
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Die ersten zarten Sonnenstrahlen bescheinen wieder die heimische Erde. Da juckt es den ein oder anderen Hobbygärtner bereits in den grünen Daumen. Auch wenn man sich noch ein paar Wochen gedulden muss, bis die Outdoor-Saison wieder startet, kann man bereits jetzt schon erste Vorbereitungen treffen – etwa die Erde für das Frühjahr vorbereiten. Unser Grow-Guru Mr. José zeigt in diesem Artikel, wie dies am besten gelingt.

Mr. José

Der Frühling ist für jeden Gärtner eine schöne Zeit: es können endlich wieder neue und hoffnungsvolle Pflänzchen in den Gärten gesät und angepflanzt werden. Eigentlich ist es für die kommende Saison am effektivsten, die Erde sogar vor oder im Winter vorzubereiten. Das ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt immer noch problemlos möglich. Schauen wir uns nun an, wie dies am besten gelingt.

Zunächst einige grundlegende Aussagen darüber, wie es im Substrat aussehen sollte: Die Vorbereitung des Substrats muss sich von der genauen Art des Anbaus herleiten. Allgemein existieren beim Züchten in Erde drei Grundarten. Entweder wird in Blumentöpfen gezüchtet, auf einem bereits bearbeiteten Beet im Freien oder im Glashaus oder auf einem neuen, bisher nicht landwirtschaftlich bearbeiteten Platz. Wenn man sich entscheidet, in Blumentöpfen zu züchten, sollte man abwägen, ob es sich nicht vielleicht eher lohnt, das Substrat im Geschäft zu besorgen. Eine 50-Liter-Packung hochwertigen Substrats kostet nicht viel und entspricht perfekt den Bedürfnissen. Heute bekommt man leicht ein Substrat, das auf die Pflanzen zugeschnitten ist, die man züchten will, und noch dazu mit genügend Nährstoffen für die ersten Wachstumswochen angereichert ist. Wenn man keinen eigenen Kompost zur Verfügung hat oder nicht mehr als 100 Liter Substrat benötigt, lohnt sich der Einkauf einer fertigen Lösung garantiert.

Vorbereitung eines Substrats für Beet und Glashaus

Wenn man ein schon bearbeitetes Beet oder Glashaus zur Verfügung stehen hat, muss die Erde nur belebt, also aufgelockert und mit Nährstoffen angereichert werden. Optimal ist es, wenn man Kuh- oder Pferdemistdünger zur Hand hat. Für die Frühlingserde hat sich für mich Pferdemist bewährt. Den Mist wirft man einfach auf das Beet, nimmt einen Spaten und einen Rechen und arbeitet ihn gleichmäßig in die bereits vorhandene Erde ein. Diese Düngerart ist zu hundert Prozent organisch, billig und einfach. Wenn man keinen solchen frischen Dünger zur Verfügung hat, macht das auch nichts. In der Gärtnerei kann man ohne Probleme granulierten Kuh- und Pferdedünger kaufen, mit dem man sehr gut arbeiten kann und der außerdem nicht so sehr stinkt. Wenn man beim Auflockern des Bodens feststellt, dass dieser zu kompakt ist, kann man ihn durch Zugabe von Stroh und Sägemehl ein bisschen lockerer machen. Auch Perlit und Sand lassen sich benutzen, aber Stroh und Sägemehl zersetzen sich im Boden, sodass man für die nächste Saison wieder reine Erde hat, die verschiedensten Einsatzzwecken angepasst werden kann.

Anstatt den vorgeschlagenen Lösungen kann man zur Belebung der Erde auch verschiedene andere granulierte und flüssige Dünger benutzen. Jedoch sollte man immer komplett biologische Präparate benutzen. Beim Züchten unter freiem Himmel erzielt man damit hervorragende Ergebnisse und belastet die Umwelt nicht unnötig. Man sollte auch daran denken, dass die Mehrzahl der Pflanzen in den Anfangsphasen der Entwicklung besonders viel Stickstoff brauchen, während sie in der Blütephase mehr Phosphor und Kalium verlangen werden. Für die Frühlingserde eignet sich daher vor allem Guano, Wurmkompost (Regenwurmmist), herkömmlicher Kompost, Humus oder Torferde. Bezüglich Torferde muss allerdings daran erinnert werden, dass es sich um eine nicht erneuerbare natürliche Ressource handelt. Torferde ist über Tausende von Jahren entstanden und gewährt Obdach für eine Reihe von einzigartigen Tier- und Pflanzenarten. Wenn es möglich ist, sollte man daher den Gebrauch von Torferde vermeiden und stattdessen eine andere Art der Ernährung für die Pflanzen wählen.

Vorbereitung eines neuen Grow-Platzes

Wenn man das erste Mal (an einem bestimmten Ort) growt, sollte man an dem ausgesuchten Platz ein ganz neues Substrat anrühren. Eine Ausnahme gilt für den Fall, dass man einen Ort bearbeitet, dessen Boden bereits auf natürliche Weise hochwertig ist. Im umgekehrten Fall beseitigt man die ursprüngliche minderwertige Erde aus dem gesamten vorgesehenen Raum. Je mehr der ursprünglichen Schicht beseitigt wird, umso bessere Bedingungen kann man den Pflanzen bereiten. Minimal sollte man 50 Zentimeter tief gehen. Die so zutage geförderte Erde wird vorläufig nicht entsorgt, da ungefähr die Hälfte davon wieder gebraucht wird. Es kann vorkommen, dass die Erde einen hohen Ton-Anteil enthält. Solch eine Erde ist für das Growen nicht sehr geeignet und deshalb sollte in diesem Fall der vollständige Austausch erwogen werden. Meistens stößt man aber auf einen sandigen Boden oder gewöhnliche Braunerde mit unterschiedlichen Anteilen an anorganischen Stoffen.

Das Ziel ist, ein leichtes Zuchtsubstrat mit guter Durchlässigkeit, aber gleichzeitig auch der Fähigkeit Wasser zu halten, vorzubereiten. Gewöhnlich reicht es dafür aus, 50 Prozent der ausgebuddelten Erde zu nehmen, 10 bis 20 Prozent Humus (es kann auch natürlicher Kompost oder Wurmkompost sein), 10 bis 20 Prozent Stroh, Sägespäne oder anorganische Stoffe (Perlite, Sand) und 10 bis 20 Prozent Dünger beizugeben. Diese Mischung wird sorgfältig vermengt, wobei alle eventuellen Klümpchen zerdrückt werden. Das entstandene Substrat kommt nun an die Stelle, aus der vorher die ursprüngliche Erde geholt wurde. Zur besseren Durchlässigkeit kann man auch Stroh oben auf die Erde legen, das zudem die Bewurzelung der Pflanzen erleichtert. Dieses Rezept kann nicht nur für Outdoor-Beete, sondern auch für die Vorbereitung von Substrat für Blumentöpfe genutzt werden.

Extra große Pflanzen

Zum Schluss noch ein Tipp, wie man wirklich riesige Pflanzen züchten kann. Das macht am Anfang zwar einige Arbeit, aber im Verlauf der Vegetationsperiode muss man dann fast nichts mehr dafür tun, außer natürlich die Pflanzen zu beaufsichtigen, damit sie über genügend Feuchtigkeit verfügen. Aber auch im Fall von Wassermangel hält sich eine auf diese Art und Weise gezüchtete Pflanze länger als unter herkömmlichen Bedingungen. Und zwar wird eine Grube mit den Maßen von einem Kubikmeter ausgehoben. Auf den Boden der Grube kommen 10 bis 20 Zentimeter Kuh- oder Pferdemist. Diese Schicht garantiert Nahrung während der gesamten Zuchtperiode. Auf diese Schicht kommen dann 10 bis 20 Zentimeter Stroh. Der Rest der Öffnung wird nun mit der oben beschriebenen Frühlingserde befüllt. An dem so vorbereiteten Standort werden dann sorgfältig vorgezüchtete Setzlinge eingepflanzt – und schon kurz darauf kann man sich freuen, wie die Pflanzen in die Höhe wachsen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Highway 02/2017

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