So viele Cannabis Clubs könnte es bald geben

Für die Gründer deutscher Cannabis-Clubs geht es langsam in die heiße Phase. Ab dem 1. Juli werden wie geplant die Lizenzen zum Betrieb eines C(S)C unter den Antragstellern vergeben. Nach der entsprechenden Zulassung kann dann theoretisch endlich mit dem legalen Anbau begonnen werden. 

Wie lange es jedoch bis zum Erhalt einer solch begehrten Zulassung noch dauern wird, ist allerdings noch völlig unklar. Laut Insidern aus den Bundesländern könnte es sogar noch Monate dauern. Klar, die deutsche Bürokratie ist schließlich kein D-Zug (und wenn, dann einer von der Deutschen Bahn). Und doch: an dem vagen Zeithorizont seien CDU-geführte Landesregierungen durchaus maßgeblich beteiligt, da sie den gesamten Prozess mit ihren Verzögerungs- und Hinhaltetaktiken merklich verzögern, so etwa Stimmen aus der nordrhein-westfälischen FDP-Fraktion. Na klar, und dann hinterher meckern, dass der Cannabis-Schwarzmarkt nicht schnell genug verschwindet – ja, so verlogen und heuchlerisch kennt man die gute alte CDU/CSU!

Schätzungen aus den Landtagen gehen übrigens grob davon aus, dass es in der Bundesrepublik bis zu einen Cannabis Club pro 6.000 Einwohnern geben könnte. Für das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen würde dies etwa 3.000 Clubs bedeuten – bundesweit könnten nach dieser Rechnung bis zu 14.000 Cannabis-Clubs mit einer Lizenz ausgestattet werden. Laut Cannabisgesetz (CanG) darf ein deutscher Cannabis Club bekanntlich bis zu 500 Mitglieder aufnehmen: damit könnten (Vollauslastung vorausgesetzt) also bis zu sieben Millionen Cannabisfreunde mit legal angebautem Cannabis versorgt werden – das wäre knapp jeder zwölfte Bundesbürger.

Wenn man den inoffiziellen Schätzungen glauben schenkt, dass es in ganz Spanien „nur“ circa 700 solcher Anbauvereinigungen gibt (der Großteil davon in Barcelona) und in den Niederlanden „nur“ gut 500 Coffeeshops, wird klar, welch gewichtige Rolle der deutsche Markt in der internationalen Cannabis-Branche zukünftig spielen dürfte.

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